Oft genug habe ich diesen Satz gehört, als feststand, dass wir einen zweiten „Jungen“ bekommen. Zugegeben, die meisten

Hundebesitzer die das sagten hatten keinen Beardie, aber es gab mir doch zu denken, wie viele davon ausgehen, dass es

so gut wie unmöglich ist, zwei Rüden in einem Haushalt zu halten. Glücklicherweise hatte ich ein Vorbild in meiner

Freundin Anke, die zwei Briard-Rüden nicht nur friedlich, sondern auch sehr harmonisch zusammen hält und warum sollte

uns das mit unseren Beardies nicht auch gelingen.

 

Dexter war 2 ½ Jahre alt, als wir Marlow bekamen und ich bin heute

noch der Meinung, das war genau der richtige Zeitpunkt. Er war

(einigermaßen) erwachsen und seine Erziehung machte Fortschritte.

Ich las alles, was ich über die Haltung eines Zweithundes bekommen

konnte und holte mir Rat bei Leuten von denen ich sicher wusste, dass

sie den nötigen Hundeverstand besitzen und es möglichst auch vorleben.

 

Selten beginnen die Probleme wenn der Welpe ins Haus kommt, sondern erst dann, wenn er erwachsen wird und

seine Stellung im Rudel (Familie) in Frage stellt. Das gilt in den meisten Fällen auch für die Probleme zwischen

Hundehalter und Hund, denn den Grundstein für spätere Auseinandersetzungen legt man, oft unbewußt, von

Anfang an.

Es ist ja auch wirklich verlockend, so ein kleiner knuddeliger Beardie-Welpe, dem man kaum einen Wunsch

abschlagen kann, warum sollte er nicht auf’s Sofa ? Oder mit ins Bett ? Und eigentlich könnte man ihn immer

streicheln. Oder ?

Der wichtigste Punkt, wenn der zweite Rüde ins Haus kommt:  Bestätige immer den dominanteren Hund. Das ist

erst einmal der, der schon in der Familie lebt. Also hieß das für uns, immer Dexter zuerst. Er bekam zuerst sein

Futter, ging als erster ins Haus, wurde zuerst gelobt und gestreichelt. Das hieß nicht, dass das für immer so

bleiben musste, aber in dem Moment, als wir Marlow bekamen war es so und erst in der Jugendphase würden wir

feststellen, welcher voraussichtlich dem anderen überlegen ist, und diesen ganz subtil belohnen,

beispielsweise damit, dass wir ihn zuerst begrüßen, beim nach Hause kommen. Der rangniedere Hund wird

währenddessen nicht beachtet. Wenn Sie so verfahren, so hart es klingen mag, dann vergrößern Sie den

Abstand zwischen beiden Hunden und verringern die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Kämpfe erheblich. Mit

Sicherheit waren wir aber nicht so konsequent, dass wir jedes mal darüber nachgedacht haben ob und wann wir

welchen Hund zuerst oder zuletzt gestreichelt haben. Doch im großen und ganzen haben wir uns daran gehalten

und einige Dinge laufen noch heute, aus reiner Gewohnheit, nach diesem Schema ab, obwohl wir mittlerweile

wissen, es hätte bei unseren „Jung’s“ wahrscheinlich keine Rolle gespielt. Auch nicht, nachdem beide gedeckt

hatten, denn da gab es sie wieder, die wohlgemeinten Kommentare, dass es jetzt aber ganz bestimmt zu

Reibereien kommen würde. Den Gegenbeweis erbringen Dexter und Marlow meist selber, denn egal wie viele

Hunde zusammen auf einer Wiese toben, wer spielt zusammen ?

Unsere beiden Jung’s !

Außerdem ist für Dexter und Marlow ganz klar wer in unserem „Rudel“ Chef  ist, nämlich auf jeden Fall einer der

„Zweibeiner“ !

Inzwischen haben wir viele Leute in unserem Freundes- und Bekanntenkreis, die ebenfalls zwei Beardie Rüden

völlig unproblematisch zusammen halten. Aber trotzdem kann man nicht generell sagen, dass das immer so ist,

denn ich kenne auch Fälle, in denen es nicht „gutging“ und eine Kastration, als letzter Ausweg, nicht den

gewünschten Erfolg brachte, denn Erziehungs- oder Prägungsfehler können dadurch mit Sicherheit nicht

ausgeglichen werden.

Also, lieber vorher Gedanken machen, es lohnt sich auf jeden Fall.

Für mich gibt es nichts schöneres, als Dexter und Marlow zusammen über eine Wiese toben zu sehen und ich habe

eigentlich nur den einen Wunsch, dass wir alle zusammen uralt werden, aber wenn irgendwann wieder ein Beardie ins

Haus kommen soll, weiß ich es schon jetzt, es wird auf jeden Fall, auch als Zweithund, wieder ein Rüde.

Also, lieber vorher Gedanken machen, es lohnt sich auf jeden Fall.

Für mich gibt es nichts schöneres, als Dexter und Marlow zusammen über eine Wiese toben zu sehen und ich habe

eigentlich nur den einen Wunsch, dass wir alle zusammen uralt werden, aber wenn irgendwann wieder ein Beardie ins

Haus kommen soll, weiß ich es schon jetzt, es wird auf jeden Fall, auch als Zweithund, wieder ein Rüde.