Rund um die Pflege !!!

 

Schon oft bin ich nach einem "Geheimrezept" für die Fellpflege gefragt worden und immer habe ich ungläubige Blicke geerntet wenn ich gesagt habe, dass ich keins kenne. Da ich aber gerne Tipps und Ratschläge weitergebe habe ich hier nun aufgeschrieben wie das bei unseren Hunden mit der Pflege so abläuft:

1. bevor ich meine "Jungs" bürste wasche ich ihnen auf jeden Fall gründlich den Bauch, denn verklebtes Fell lässt sich nicht bürsten ohne einen Teil des Fells auszureißen. Oft ist das die Ursache dafür, dass das Fell bei Rüden gerade unter dem Bauch etwas spärlich ist. Von der Schönheit mal abgesehen ist es für den Hund außerdem sehr unangenehm, wenn es beim bürsten ständig ziept. Meist reicht lauwarmes Wasser, ab und zu benutze ich aber auch ein Shampoo für Bauch und Beine (auf jeden Fall vor Ausstellungen!). Richtig gebadet werden meine Hunde nur wenn es unbedingt sein muss, bisher war das höchstens einmal im Jahr.


2. bei uns wird jede Woche gebürstet, immer im Wechsel, das heißt ein Hund richtig gründlich und einer "nur mal eben so", damit er auch ordentlich aussieht.


3. und das heißt bei mir gründlich:
es wird immer auf dem Kämmtisch gebürstet, der Hund liegt auf der Seite.

4. Zähne auf dieser Seite kontrollieren und eventuell mit einem Zahnsteinschaber den Zahnstein entfernen.


5. Ohr nachsehen, eventuell mit einem feuchten Waschlappen saubermachen und soweit erreichbar dass Fell herauszupfen. Ich mache das immer mit den Fingern statt mit einer Pinzette, meine Angst den Hund damit zu verletzen ist zu groß.
-Wie bei den meisten Dingen gehen natürlich auch die Meinungen zum Thema "Ohren zupfen" auseinander. Da meine Hunde allerdings noch nie Ohrenprobleme hatten, denke ich es ist der richtige Weg für "gut belüftete" Schlappöhrchen zu sorgen.-

6. Den Bart mit einem Wassersprüher leicht anfeuchten und Kartoffelmehl einmassieren, ich benutze dafür einen Waschlappen.

7. Pfotenkontrolle: Ich schaue mit die Krallen an. Bei Dexter müssen die "Daumenkrallen" gelegentlich gekürzt werden. Da sie schwarz sind und ich die Blutbahn nicht erkennen kann, klemme ich sie vorsichtig mit einer Krallenzange an. Komme ich zu tief, zuckt mein Dicker mit der Pfote und ich weiß bescheid. Mittlerweile habe ich da Routine und kenne die "Schnittstelle". Dann schaue ich zwischen Zehen und Ballen und gerade im Sommer finde ich oft Grannen von Kornfeldern oder kleinere Verfilzungen durch Schmutz und Feuchtigkeit, die ich wegschneide.

8. Jetzt erst beginne ich mit dem Bürsten. Für Körper und Beine benutze ich eine Drahtbürste mit sehr nachgiebigen Borsten. (AllSystems oder ähnlich) am Kopf komme ich mit einer kleinen Maeson Pearson Bürste mit Nylon Verstärkung besser zurecht. Ich feuchte das Fell leicht mit einem Wassersprüher an. Ich benutze schon seit vielen Jahren nur noch Wasser, denn meiner Meinung nach machen jegliche Zusätze das Fell zu weich und dann verfilzt es natürlich viel schneller. Lagenweise bürste ich nun das Fell noch oben (gegen die Wuchsrichtung), Verfilzungen ziehe ich mit den Fingern auseinander und bürste sie aus. Hinter den Ohren nehme ich durchaus auch einen Kamm zu Hilfe, aber natürlich vorsichtig, denn meistens sind meine Jungs jetzt schon eingeschlummert. Zwischendurch gibt es immer mal wieder einen Sprüher aus der Wasserflasche, denn ich finde, dass ganz leicht feuchtes Fell sich leichter bürsten lässt und auch nicht so schnell bricht. So arbeite ich mich bis zu den Pfoten und mache in dieser Position auch gleich die Innenseite des anderen Beines und anschließend den Bauch. Spätestens jetzt sind die Jungs wieder wach und achten darauf, dass ich an ihren empfindlichen Stellen schön vorsichtig bin. So jetzt noch den Bart , dann haben wir es gleich geschafft. Das angetrocknete Kartoffelmehl wird jetzt wieder ausgebürstet. Ich beginne unter dem Kinn und arbeite mich über die Lefzen hoch, bei verklebten Stellen nehme ich hier wieder den Kamm dazu (mit drehbaren Zinken) und entferne so auch die letzten Hundekuchenreste.

9. Jetzt darf mein Hund aufstehen und sich schütteln. Ich gehe noch einmal mit der Bürste darüber und es ist HALBZEIT !

-Ein dicker Schmatz auf die Nase, ein bischen rumalbern und weiter geht es !-

10. Nun das ganze noch einmal auf der anderen Seite !

Der Zeitaufwand für unsere Grundpflege liegt so bei 1 ½ bis 2 Stunden und ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich in der "Jugendphase" meiner Jungs auch schon mal bis zu 4 Stunden am Kämmtisch verbracht habe.