v. Marita Liss

  Es fing damit an, daß wir gerne einen zweiten Beardie wollten.

In erster Linie natürlich für uns, aber auch als Spielkameraden für unseren „Großen“.

Also schauten wir uns um.

Den Züchter unserer Wahl hatten wir schnell gefunden und da es noch ein bischen Zeit war

bis zum nächsten Wurf hieß es erst einmal warten.

 

Endlich !  Am 29.07.94 erblickten 8 muntere Beardiewelpen das Licht der Welt. 2

Rüden und 6 Hündinnen. Umgekehrt wäre es uns eigentlich lieber gewesen, denn

für uns kam nur ein Rüde in Frage, ein „kleiner Bruder“ für unseren Dexter. Als

wir 14 Tage später zum ersten Mal  die Baby’s besuchten, war die Entscheidung

schnell gefallen. Obwohl sich die beiden kleinen Rüden für mich nur die Farbe

unterschieden wußten wir gleich, wir bekommen wieder ein schwarz-weißes

Hundekind. Unseren  Nobility Mr. Marlow.

Was wir noch nicht wußten, daß wir mit dieser „handvoll“ Hund auch eine ganz

ausgeprägte Persönlichkeit bekommen.

 

Vom ersten Tag an in seinem neuen Zuhause paßte Marlow auf Haus und Familie auf.

Unserem Dexter wäre das nie eingefallen, ihm war jeder Besucher willkommen, auch wenn wir nicht da waren. Das

änderte sich jetzt schlagartig. Bei jedem Geräusch an unserer Haustür schaute er erwartungsvoll Marlow an. „Bellen

wir jetzt?“ stand ihm jedesmal ins Gesicht geschrieben. Nach ein paar Wochen hatte unser „Kleiner“ alles im Griff. Es

gab kaum einen Schabernack, der ihm nicht einfiel. So brachte er uns mühelos bei, daß man Schuhe wegräumt und

Teppichfransen unnötiger Schnickschnack sind. Wenn wir nach Hause kamen und Dexter uns mit hängendem  Kopf

und schlechtem Gewissen empfing wußten wir sofort, sein kleiner Bruder ist wieder aktiv gewesen.

 

Aber natürlich ging diese Zeit vorbei und wenn wir zu Hause waren hörte er fast aufs Wort. Ein leises nein reichte um

ihn von jeglichem Vorhaben abzubringen. Wenn er mit anderen Hunden spielte und wir ihn  riefen kam er sofort.

Immer  Einzige Bedingung, wir mußten freundlich rufen, jegliches Schreien ignorierte er völlig. Da waren wir von

unserem Großen ganz etwas anderes gewöhnt. Was wir mit ihm mühsam erarbeitet hatten war für Marlow ganz

selbstverständlich.

Auch die regelmäßige Arbeit auf verschiedenen Hundeplätzen macht ihm sichtlich Spaß. Wenn andere Hunde nicht

durch einen Tunnel oder über eine Plane etc. laufen wollen, dann schicken wir erst einmal Marlow vor. Er ist immer mit

Eifer dabei.

 

Marlow ist jetzt fast 4 Jahre alt, er ist ein lieber sehr verträglicher Rüde geworden. Ein einziges Mal habe ich ihn

ernsthaft böse erlebt, als Dexter von einem stattlichen Dobermann angegriffen wurde. Passiert ist zum Glück nichts, 

denn der Dobermann war wohl genau so überrascht wie ich als Marlow ihm im wahrsten Sinne des Wortes „um die 

Ohren flog“.

Und er paßt immer noch auf. Wenn ich alleine mit unseren „Jung’s“ spazieren gehe und Marlow etwas entdeckt was

ihm ungewöhnlich erscheint, ist er sofort bei mir, baut sich vor mir auf und erst wenn ich sage „es ist O.K.“, geht er

entspannt weiter. Wir laufen täglich über Wiesen und Felder, Wettrennen und Toben steht immer auf der

Tagesordnung. Ich mache mir selten Gedanken darüber, ob es dem Fell schadet, denn dafür finde ich ein Hundeleben

viel zu kurz. Wer Marlow aus dem Ausstellungsring kennt weiß, daß es ihm nicht geschadet hat.

 

Marlow’s große Liebe ist eindeutig seine Züchter-Mama. Wenn Birgit zu Besuch kommt ist es fast unmöglich ihn

davon abzuhalten neben ihr auf dem Sofa zu sitzen. Ankuscheln, Öhrchen knabbern und rumalbern bleiben ihr nie

erspart. Aber ich glaube, daß möchte sie auch gar nicht.

Nach wie vor sind Dexter und Marlow unzertrennlich und spielen am liebsten miteinander und genau das haben wir uns

von Anfang an gewünscht.