Teil 2 –  Fellpflege & Co.

Es geht schneller als man denkt und aus dem kleinen Welpen ist ein Junghund mit entsprechendem Fell geworden. Beim Junghund sollte das Fell einmal wöchentlich gründlich und lagenweise durchgebürstet werden, beim erwachsenen Beardie können die Intervalle durchaus länger werden, je nach Fellqualität. Bei meinen Hunden reicht es ca. alle 3 Wochen zu bürsten.

Bevor ich mit dem Bürsten beginne, schaue ich zumindest den Jungs, den Bauch nach. Gerade bei Rüden ist das Fell am Bauch oft durch Urin und Schmutz verklebt, es würde nur unnötig ziepen und Fell herausreißen, wenn man es ungewaschen bürstet. Oft ist es die Ursache, dass ein Rüde gerade im Bauchbereich „nicht so richtig ins Fell kommt“. Vom Geruch einmal abgesehen! Meist reicht lauwarmes Wasser aus und nur sehr selten benutze ich auch einmal Shampoo für meine Hunde (meist vor Ausstellungen). Denn eigentlich ist Beardiefell wirklich selbstreinigend und meiner Meinung nach schadet ein zu häufiges Vollbad mit Shampoon der natürlichen Schutzschicht des Fells mehr als es nützt. Es sei denn, Ihr Beardie hat eine Vorliebe für Kuhfladen oder ähnliches, dann ist es sicher unumgänglich, ihn öfter zu baden. Auf jeden Fall sollten Sie ein Vollbad nur dann einplanen, wenn Ihr Hund gut durchgebürstet ist. Vorhandene Verfilzungen ziehen sich durch die Feuchtigkeit nur noch mehr zusammen, und es wird umso schwieriger sie zu entfernen.

 

Bei solchen "normalen Verschmutzungen" reicht Wasser pur vollkommen aus:

 
 Danach wird der Hund gründlich abgetrocknet und man sollte auf jegliches hin und her "rubbeln" verzichten, um das nasse Fell nicht noch zusätzlich zu verzotteln. Besser ist es mit trockenen Handtüchern, das Wasser mit leichtem Druck abzustreifen. Danach lasse ich meine Hunde an einem warmen und Zugluft freiem Platz trocknen. Erst wenn der Hund gut trocken ist beginne ich mit dem Bürsten.
Die Hunde kennen schön das Geräusch, wenn ich den Kämmtisch aufstelle und kommen fröhlich zur Wellnessbehandlung. Dabei lasse ich sie nicht mehr von alleine auf den Tisch springen, da mir das bei den Oldies zu gefährlich ist. Sie dürfen ihre Vorderpfoten auf den Tisch stellen und ich helfe dann von hinten ein bisschen nach.....   

Beamy ist schon in Warteposition ...und die Frisur sitzt auch nicht mehr, es wird Zeit:

Jetzt lege ich den Hund auf dem Kämmtisch auf die Seite und bürste mit der Drahtbürste das Fell lagenweise gegen die Wuchsrichtung:

 

Das trockene Fell feuchte ich mit einem Wassersprüher (wie man ihn für Blumen benutzt) leicht an, denn ich finde, ganz leicht feuchtes (nicht nasses!) Fell lässt sich einfacher bürsten. Es ist elastischer und bricht nicht so schnell. Auf sogenannte Kämmhilfen (Sprays) oder Fellkoditioner bzw. Pflegespülungen verzichte ich schon seit Jahren. Meiner Erfahrung nach machen die meisten das Fell auf Dauer nur weicher und es neigt dann deutlich mehr zum verfilzen. Ich komme mit "nur Wasser" wirklich bestens zurecht.

Jetzt aber weiter mit dem Bürsten.... besonders verfilzte Stellen findet man häufig hinter den Ohren, am Hals im Brustbereich, den Ellenbogen und an den Innenschenkeln.

 

Die verfilzten Stellen werden vorsichtig mit den Fingern auseinander gezogen und dann ausgebürstet. Gerade hinter den Ohren können wir hier den Rollkamm zu Hilfe nehmen. Aber auch hier bitte nicht einfach durchkämmen, das wäre viel zu schmerzhaft!!! Auch wenn es anfangs vielleicht etwas schwierig ist, aber das verfilzte Fell MUSS erst mit den Fingern auseinander gezogen werden, danach wird das so gelockerte Fell vorsichtig ausgekämmt oder wenn möglich, ausgebürstet! Auf jeden Fall lohnt sich hier ein Versuch mit der grünen Les Pooches, oft hat sich die Verfilzung nach einigen strichen damit erledigt.

 

Der Brustbereich, Bauch und die Innenschenkel müssen nun ebenfalls gründlich gebürstet werden, auch wenn diese Stellen etwas schwerer zu erreichen sind. Ich stelle mich dafür hinter meinen auf der Seite liegenden Hund und nehme das obere Bein hoch. Nun kann ich auch diese Stellen problemlos bürsten und arbeite mich von der unten liegenden Innenfläche des Beins an der Pfote beginnend, über die Brust/ Bauch bis zu Innenseite des Beins, das ich wie auf dem Foto halte:

 Meist schlummern meine Hunde während des Bürstens ein, sind aber jetzt auf jeden Fall wieder hellwach und passen auf, dass ich an ihren empfindlichen Stellen auch schön vorsichtig bis. Und für so braves liegenbleiben ist jetzt Zeit für ein kleines Leckerchen.....

auf den letzten Bilder ist übrigens unser Marlow zu sehen im Alter von 14 Jahren!
 

Die Fortsetzung ist in Arbeit und folgt in Kürze... und ich hoffe meine Beschreibungen sind verständlich und helfen ein bisschen weiter auf Ihrem Weg zum gut gepflegten Beardie.