Teil 1  – Gewöhnung des Welpen

Das „Liegenbleiben“

Bevor  ich nun zur eigentlichen Beardiepflege komme, möchte ich noch darauf hinweisen, dass es sicher die verschiedensten Möglichkeiten gibt, um einen gut gepflegten Bearded Collie zu haben. Eigentlich muss man sich nur den einzelnen Hund etwas genauer anschauen, um zu wissen, ob es der richtige Weg ist.

Sehr oft werde ich gefragt, ab wann man denn mit der Fellpflege beginnen soll und ernte meist ungläubige Blicke, wenn ich sage „sofort“!

Das Fell bei einem kleinen Beardiewelpen ist noch nicht sehr pflegeintensiv, aber je eher er daran gewöhnt wird, umso einfacher haben wir es später. Man sollte sich in der ersten Zeit möglichst täglich einige Minuten Zeit dafür nehmen. Für den Welpen gehört es bald genau so zum Tagesablauf, wie die Spiel- und Fütterzeiten.

In den ersten Tagen ist es ausreichend, wenn Sie mit der Bürste einige mal über sein Fell gehen. Wichtig ist es darauf zu achten, dass er die Bürste nicht als Spielzeug oder Kauknochen betrachtet, denn das endet sicher als sehr lustiges Spiel, ist aber nicht besonders zweckmäßig und in diesem Fall mit einem klaren NEIN zu unterbinden. Wenn er dann einen Moment stillgehalten hat, gibt es natürlich ein extra großes Lob und ein kleines Leckerchen, damit er weiß, SO war es richtig. Man kann jetzt schon mit der Mason Pearson Bürste (wie in Teil 1 beschrieben) beginnen.

 In den nächsten Tagen wird dann der Kämmtisch ausprobiert. Wenn kein „professioneller“ Kämmtisch vorhanden ist, tut es auch ein stabiler anderer Tisch. Er muss auf jeden Fall einen wirklich festen Stand und eine rutschfeste Oberfläche haben, damit unser Kleiner nicht verunsichert wird! Ich lege immer noch zusätzlich ein großes Handtuch oder eine Decke darüber und bei älteren Hunden, die nicht mehr so gut still liegen können ein schönes weiches Vedbed. Außerdem sollte der Tisch, schon unserem Rücken zuliebe, eine günstige Höhe haben. Wer einmal versucht hat einen ausgewachsenen Beardie auf dem Boden  zu bürsten, weiß, dass es kaum möglich ist. Zumindest nicht auf Dauer. Gerade die schwer zugänglichen Stellen wie Bauch und Innenschenkel sind so noch schwieriger zu bürsten und irgendwann gibt man auf, weil Rücken und Beine diese Prozedur nicht lange genug mitmachen.

Ein Tisch wird meist sehr schnell akzeptiert, wenn man ihn mit positivem Bestärken durch Lob und Lecker verknüpft. Aber bitte daran denken, nur Loben, wenn unser Kleiner sich so verhält, wie wir es wollen. Ansonsten darf es auch einmal ein energisches NEIN sein, um jegliche Zappelei im Keim zu ersticken.

Hat sich der Welpe erst einmal an den Tisch gewöhnt, machen wir nun Schritt für Schritt weiter. Da er ja auf jeden Fall im Liegen gebürstet werden soll, muss auch das geübt werden. Vielleicht am besten, wenn er gerade getobt hat und sowieso schon müde ist.

Er wir auf die Seite gelegt, eventuell durch Streicheln und Zureden beruhigt, bis er weiß, was wir von ihm erwarten. Wichtig ist, er darf erst aufstehen, wenn wir es ihm erlauben!

Bestimmt wird er versuchen wieder aufzustehen und nun liegt es an uns die nötige Konsequenz zu zeigen, denn es ist nun einmal so: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“! Also, den Welpen immer wieder hinlegen, bis er wenigstens einen kleinen Moment liegen geblieben ist, und dann darf er aufstehen. Aber wie schon gesagt, erst wenn wir es erlauben!!!

Und natürlich ist auch der kleinste Erfolg ein ganz großes Lob wert!!!! Nun geht es im liegen weiter, mit Streicheln über den Kopf, Körper und Beine, dasselbe noch einmal mit der Bürste. Auch der Schritt vom „Bäuchlein kraulen“ zum „Bäuchlein bürsten“ ist dann nicht mehr so groß.

Das gleiche Prozedere empfehle ich bei erwachsenen Hunden, die noch keine konsequente Fellpflege kennen gelernt haben! Auch wenn es besonders langwierig und schwierig ist und Ihr Hund trotz allem Training zum x-ten mal aufgestanden ist, eins ist sicher, die Filzknoten verschwinden nicht von allein und beim nächsten Bürsten werden sie schon doppelt so groß sein. Irgendwann werden Sie in Versuchung kommen zur Schere zu greifen! Aber war es das, was Sie wollten, als Sie sich einen Bearded Collie angeschafft haben??? Bestimmt wollten Sie ihn doch auch wegen seines wunderschönen Fells! Und Sie können das schaffen, da bin ich sicher, denn eigentlich ist die Fellpflege beim Beardie wirklich einfach und Sie werden stolz auf Ihren gut gepflegten Hund sein und ihn gerne anschauen.

 Sieht das nach Stress aus?? ...Harry ganz tiefenentspannt...

Zähne gucken

Ebenfalls zum Trainingsprogramm gehört das Zähne nachsehen. Wir werden zwar bei einem kleinen Welpen noch keinen Zahnstein an seinen Milchzähnen finden, aber trotzdem ist es sehr wichtig, denn bald beginnt der Zahnwechsel und es sollte schon kontrolliert werden, ob auch alle Milchzähne von alleine ausfallen, wenn die richtigen Zähne nachwachsen.

Außerdem ist es immer wichtig, dass wir mühelos die Zähen unseres Hundes nachsehen können. Irgendwann müssen wir wahrscheinlich doch einmal Zahnstein entfernen oder Fremdkörper, sie sich zwischen den Zähnen festgesetzt haben.

Und für alle die einmal ausstellen wollen ist es mehr als unangenehm, wenn der Richter keine Chance hat, das Gebiss des Hundes zu kontrollieren.

Bartpflege

Das Fell an seinem Fang wird auf Futterreste überprüft, die vorsichtig mit dem Kamm entfernt oder ausgebürstet werden. Auch das ist wichtig, denn aus diesem Bärtchen wird garantiert einmal ein richtiger Beardie-Bart und gerade in der Nähe seiner Lefzen werden wir immer wieder einmal die Überreste von Hundekuchen oder ähnlichem finden. Wie die gründliche Bartpflege mit Hilfe von Kartoffelmehl funktioniert, werde ich später noch ausführlich erklären.

 

Ohren prüfen

Auch die Ohren bedürfen unserer Aufmerksamkeit. Sie sollten sauber sein und angenehm nach Hund duften. Auch auf ihre Pflege werde ich später näher eingehen. Beim Welpen einfach abtasten, reinschauen und ihn einfach an diese Berührung gewöhnen.

 

Pfotenkontrolle

Ebenfalls sehr wichtig ist die Kontrolle der Pfoten. Gerade zwischen den Zehen und Ballen setzen sich besonders gerne Fremdkörper wie Grannen oder kleine Steinchen ab und es kommt zu Verfilzungen, die entfernt werden müssen. Auch kann es vorkommen, dass die „Daumenkrallen“ ab und zu gekürzt werden müssen.

 

Da die Geduld eines kleinen Welpen nun auch nicht überstrapaziert werden soll, ist es auf jeden Fall sinnvoll, lieber einmal öfter, als zu lange zu üben!