Von Anfang an war klar, dass auch Marlow eine Begleithundeprüfung machen sollte und da ich sowieso immer mit

meinen Hunden „arbeite“ konnten wir uns so ein Ziel setzen.

Wie schon mit Dexter wollte ich auch mit Marlow auf einem Schäferhundeplatz in unserer Nähe üben und dann die

Prüfung ablegen. Auch meine Freundin, die 2 Tibet Terrier hat wollte gerne mitkommen und so meldeten wir uns an,

zahlten unsere Jahresgebühr und gingen brav 1 bis 2 mal in der Woche üben. Leider war die Trainerin, die sich vor

einigen Jahren mit Dexter und mir wirklich Mühe gegeben hatte nicht mehr da und unsere Übungsstunden sahen nun so

aus: wir kamen an, meist war der Platz leer und wir konnten sofort beginnen, allerdings ohne Trainer. Ein gutgemeinter

Rat aus dem Vereinsheim war: „ihr wisst ja worum es geht, dann macht doch schon mal“. Klar wusste ich worum es ging

und die Schrittfolge hatte ich auch noch im Kopf, also gab ich ein paar Ratschläge an meine Freundin weiter, die zum

Glück auch kein Anfänger ist und los ging es. Immer schön einer in der Ablage und der andere zählte brav die

Schrittfolge ab.  Zwischendurch immer mal aufmunternde Kommentare wie : „wir hör’n nix“, aus dem Vereinsheim.

Kein Problem, ich bin stimmlich durchaus in der Lage mich jeder Tonstärke anzupassen und so versuchten wir unsere

Kommandos nun in entsprechender Lautstärke zu geben. Die Blicke unserer Hunde sprachen Bände. Schon wenn ich

mit Marlow in Richtung Ablage ging, das war die entfernteste Stelle zum Vereinsheim, gingen Kopf und Rute nach unten

und er latschte nur noch neben mir her. Jedes mal wenn ich dann das Kommando PLATZ gebrüllt hatte, legte er sich mit

einem Seufzer im Schneckentempo hin. Ich bin mir ganz sicher, er muss so etwas ähnliches gedacht haben wie: „Die Alte

spinnt“. Nach den Übungen holte meine Freundin dann für ihren Kleinen einen Ball aus der Tasche und Marlow durfte

ein paar mal über die Hürden springen. Na, was soll ich sagen, das kam auch nicht so gut an. Kommentar: „wie soll sich

der Hund denn konzentrieren bei der Spielerei“.

Schon wenn wir die Richtung zum Hundeplatz einschlugen ging mein Marlow mit Hängeschwänzchen neben mir her, ein

sicheres Zeichen dafür, dass er sich sehr unwohl fühlt.

Auch seine Aufmerksamkeit war verschwunden, er machte alles, führte alle meine Kommandos aus und bot für mich ein

furchtbar trauriges Bild. Nicht einmal suchte er, wie es sonst seine Art ist, mit mir den Blickkontakt.   Jetzt reichte es,

SCHLUSS!!!!!!!

Wir versuchten noch einmal im Vereinsheim darüber zu sprechen und unsere Probleme zu schildern.

Kommentar:  „mit dem Kleinen wird das sowieso nix“. Dabei machte der „Kleine“ Tibet Terrier meiner Freundin seine

Sache wirklich gut. Marlow hatte in ihren Augen wohl einen gewissen Wert, es hatte sich herumgesprochen, dass er

erfolgreicher Ausstellungs- und Zuchtrüde ist und  so waren sie sich sicher „der schafft das schon“. Nur ich war mir nicht

mehr sicher. So wollte ich keine Begleithundeprüfung ! Auf unsere Frage nach einem Trainer wurde uns gesagt: „ihr

wollt doch gar keine Hilfe“ und der gute Mann, der uns dann als Trainer vorgestellt wurde hatte bisher ausschließlich

Schutzhunde ausgebildet, wie man schließlich auf unsere bohrenden Fragen sagte, aber das natürlich RICHTIG und

OHNE SPIELEREI. Da wir uns von Anfang an aber gegen die Ausbildung mit Übungshalsband (sprich: Stachelwürger)

gewehrt hatten kam diese RICHTIGE Art der Ausbildung nicht in Frage. Das war unser letzter Besuch auf diesem

Hundeplatz, schade um das Jahresentgelt.

Aber eins muss ich zugeben, DER KAFFEE IM VEREINSHEIM WAR WIRKLICH KLASSE !!!

 

Auf welche Art  Marlow dann doch mit ganz viel Spaß zu seiner Begleithundeprüfung gekommen ist habe ich in meinem

Bericht „Hundeausbildung etwas anders“ beschrieben.