Fast 8 Jahre lang war ich regelmäßig, erst mit einem, dann mit zwei Beardies auf verschiedenen Hundeplätzen um ihnen 

die Grundregeln der Unterordnung beizubringen.

Fußgehen, Steh, Sitz, Platz usw. Auf allen Plätzen wurde, mehr oder weniger, nach dem selben Schema gelehrt, nämlich 

über das Meideverhalten (negative Bestärkung). Das heißt, zieht der Hund zum Beispiel an der Leine, vermittelt man 

ihm durch einen heftigen Leinenruck: wenn du nicht bei Fuß gehst wird es unangenehm für dich. Je nach 

Hundecharakter zeigt der Hund irgendwann das gewünschte Verhalten und bekommt dann auch Lob oder Leckerchen 

für die korrekte Ausführung der Übung.

Unseren ersten Beardie, der auch mein erster Hund war, habe ich nach dieser Methode ausgebildet und er hat seine 

Begleithundeprüfung und den Team-Test ganz prima bestanden. Aber Abstriche musste ich immer machen !  Na ja, ein 

Bearded-Collie ist eben kein Schäferhund, er geht nicht so eng bei Fuß. ODER ?

Es ist jetzt erst ein halbes Jahr her, dass ich die Hundeerziehung „der anderen Art“ kennengelernt habe. Der 

Unterschied ist: entweder man arbeitet, nach der herkömmlichen Methode, mit einem Hund der die Kommandos 

ausführt, weil er das MUSS  oder weil er die Kommandos schnell und korrekt ausführen WILL !

Aber wie beko mmt man seinen Hund dazu, dass er arbeiten WILL ?

 

Die erste Stunde bei meiner neuen Trainerin war die reinste 

Offenbarung. Ihre erste Frage war:  Was macht dein Hund am 

allerliebsten ?

Da ich Marlow bei mir hatte und eigentlich dringend für seine 

Begleithundeprüfung üben wollte mußte ich bei dieser Frage erst 

einmal schlucken, denn das was Marlow am liebsten macht, hat 

nicht unbedingt etwas mit „arbeiten“ zu tun.

 

Was bei anderen Hunden der Ball oder die Beißwurst ist, ist für Marlow das springen. Einfach so. 1,80 m aus dem 

Stand ist überhaupt kein Problem für ihn.

Und jetzt ging es los mit der Ausbildung über den SPIELTRIEB !

In der ersten Stunde wurde nur Wert gelegt auf Geschwindigkeit beim Steh, Sitz und Platz.

Das hieß: Triebspiel (Springen) – Kommando (Steh) – wenn korrekt, Belohnung (Leckerchen), wenn zu langsam, weiter 

Triebspiel, - wieder Kommando usw.

Und der Erfolg: Marlow gab sein bestes. Ich hatte seine volle Aufmerksamkeit während der gesamten Übungszeit. Er 

ließ mich nicht aus den Augen und versuchte jede Aktion schon im voraus zu erahnen.

WICHTIG ist, wenn man für das Spiel einen Ball, eine Beißwurst etc. benutzt, der Hund bekommt das Spielzeug 

NICHT und geht seiner Wege, sondern es bleibt in der Hand des Hundeführers. „Der Mensch ist das Spiel“ und es 

liegt allein in der Hand des Hundeführer wann es beginnt, wie lange es dauert und vor allem wie intensiv es ist. Bei 

unseren Beardies kann ein sichtbar in der Hand gehaltener Ball vielleicht schon zuviel sein und es reicht aus, wenn der 

Hund weiß, dass der Ball in unserer Jackentasche ist.

Unsere nächste Lektion war das „Schau“ (oder guck, schau her, was auch immer man benutzt, Hauptsache ist, dass 

man dasselbe Wort immer für die selbe Sache benutzt). Der Sinn dieser Übung ist, dass der Hund Blickkontakt mit 

seinem Hundeführer aufnimmt.

Auch diese Übung gestaltete sich erstaunlich einfach. Ich hielt Marlow’s Lieblings-Leckerchen neben mein Gesicht und 

gab das Kommando „Schau“. Sah er mich an bekam er das Leckerchen und es gab ein Triebspiel (Springen).

Dann wurde die Zeit in der er mich anschaute immer ein bisschen verlängert. Klappte es nicht wurde die Zeitspanne 

wieder verkürzt. Der Hund muss immer die Möglichkeit haben es richtig zu machen und seine Belohnung auch zu 

bekommen.

Schon in der ersten Stunde schaute Marlow auch während der „Fußarbeit“ auf das Kommando Schau zu mir hoch und 

bekam dann natürlich sofort seine Belohnung. Da ich ihn schon vorher mit einem Clicker trainiert hatte, konnte ich jetzt 

prima damit arbeiten.

Als Abschlussbelohnung gab es dann wieder ein Triebspiel und eine Runde über den Breitensportparcours für Marlow 

und für mich noch viele gute Tipps und die Anerkennung so prima mit meinem Hund gearbeitet zu haben. Das ist mir in 

all den Jahren sehr selten passiert, nämlich „positive Bestärkung“ des Hundeführers und ich muss sagen es klappt 

auch beim Menschen. Ich habe in der Woche bis zu unserer nächsten Stunde fleißig mit meinen Hunden diese für mich 

neue Art der Ausbildung geübt und werde bald darüber berichten, wie es damit weiterging